Klarer Abwasserkanal bei Starkregen – so bereiten Sie Ihr Kanalsystem vor

Klarer Abwasserkanal bei Starkregen – so bereiten Sie Ihr Kanalsystem vor

Wenn der Regen in Strömen fällt und die Kanalisation an ihre Grenzen stößt, kann das schwerwiegende Folgen für Haus und Grundstück haben. Überflutete Keller, beschädigte Böden und Feuchtigkeitsschäden sind häufige Probleme bei Starkregen. Mit der richtigen Vorbereitung lässt sich das Risiko jedoch deutlich verringern. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihr Kanalsystem fit machen, bevor der nächste Starkregen kommt.
Warum die Kanalisation bei Starkregen überlastet ist
Ein Starkregenereignis kann in kurzer Zeit enorme Wassermengen in die Kanalisation leiten. Wenn die Rohre das Wasser nicht schnell genug abführen können, steigt der Druck im System – und das Wasser kann in umgekehrter Richtung durch Bodenabläufe, Toiletten oder Duschen ins Haus gelangen. Besonders gefährdet sind tieferliegende Keller und ältere Gebäude mit veralteten Leitungen.
Zwar investieren Städte und Gemeinden in Deutschland zunehmend in die Modernisierung der öffentlichen Kanalnetze, doch für den privaten Anschluss auf dem eigenen Grundstück sind Hausbesitzer selbst verantwortlich. Deshalb ist es wichtig, die eigenen Leitungen regelmäßig zu prüfen und gegebenenfalls nachzurüsten.
Überprüfung des Kanalsystems – der erste Schritt
Ein sinnvoller erster Schritt ist eine Kanalinspektion durch einen zertifizierten Fachbetrieb. Dabei wird geprüft, ob die Leitungen dicht und frei von Ablagerungen sind und ob ein Rückstau droht. Eine TV-Inspektion mit Kamera kann Risse, Wurzeleinwuchs oder Verstopfungen sichtbar machen, die bei Starkregen zu Problemen führen können.
Achten Sie auch selbst auf Warnsignale:
- Wasser, das nach Regen in Bodenabläufen steht.
- Unangenehme Gerüche aus Abflüssen.
- Feuchte Stellen oder Verfärbungen an Kellerwänden.
Je früher Sie solche Anzeichen erkennen, desto einfacher und kostengünstiger ist die Behebung.
Rückstauverschluss – Schutz vor eindringendem Abwasser
Ein Rückstauverschluss ist eine der effektivsten Maßnahmen gegen Überflutung. Er funktioniert wie ein Ventil, das sich automatisch schließt, wenn Abwasser aus der Kanalisation zurückdrückt. So wird verhindert, dass Wasser durch die Abflüsse ins Haus gelangt.
Es gibt verschiedene Arten von Rückstauverschlüssen – manche werden direkt in die Abwasserleitung eingebaut, andere in einem Schacht außerhalb des Gebäudes. Ein Fachbetrieb kann beurteilen, welche Lösung für Ihre Immobilie am besten geeignet ist. In Deutschland schreibt die DIN EN 13564 bestimmte Anforderungen an Rückstauverschlüsse vor – achten Sie darauf, dass Ihr System diesen Normen entspricht.
Hebeanlage – wenn der Keller unter Kanalniveau liegt
Befinden sich Abflüsse im Keller unterhalb der Rückstauebene, ist eine Hebeanlage erforderlich. Sie sammelt das Abwasser in einem Behälter und pumpt es kontrolliert in die Kanalisation. So wird verhindert, dass Wasser bei Starkregen zurückfließt.
Hebeanlagen sind besonders in Neubauten oder sanierten Kellern sinnvoll, in denen Waschmaschinen, Duschen oder Toiletten installiert sind. Sie erfordern regelmäßige Wartung, bieten aber einen zuverlässigen Schutz vor Rückstau.
Oberflächenentwässerung nicht vergessen
Nicht nur die Kanalisation, auch die Flächen rund ums Haus müssen Regenwasser sicher ableiten können. Wenn sich Wasser an der Hauswand staut, kann es in das Mauerwerk eindringen. Achten Sie daher darauf, dass das Gelände vom Haus weg geneigt ist und dass Dachrinnen und Fallrohre frei von Laub und Schmutz sind.
Eine gute Ergänzung sind Versickerungssysteme wie Rigolen oder Regenmulden, die Regenwasser auf dem Grundstück versickern lassen. Das entlastet die Kanalisation und reduziert die Gefahr von Überflutungen. In vielen Kommunen wird die dezentrale Regenwasserbewirtschaftung sogar gefördert.
Regelmäßige Wartung – die beste Vorsorge
Ein Kanalsystem funktioniert nur dann zuverlässig, wenn es regelmäßig gewartet wird. Reinigen Sie Dachrinnen und Abläufe mindestens einmal im Jahr und lassen Sie Rückstauverschlüsse oder Hebeanlagen nach Herstellerangaben prüfen. Fachbetriebe bieten oft Wartungsverträge an, die eine jährliche Kontrolle beinhalten.
Auch eine Elementarschadenversicherung kann sinnvoll sein. Sie deckt Schäden durch Überschwemmung und Rückstau ab – prüfen Sie, ob Ihre Wohngebäudeversicherung diesen Schutz bereits enthält.
Wenn der Starkregen kommt
Trotz aller Vorsorge kann es bei extremen Wetterlagen zu Problemen kommen. Mit ein paar einfachen Maßnahmen können Sie Schäden begrenzen:
- Lagern Sie wertvolle Gegenstände nicht direkt auf dem Kellerboden.
- Verschließen Sie Bodenabläufe mit Stopfen, wenn Rückstau droht.
- Verfolgen Sie Wetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD), um rechtzeitig reagieren zu können.
Nach einem Starkregen sollten Sie prüfen, ob Feuchtigkeit eingedrungen ist, und bei Auffälligkeiten sofort einen Fachbetrieb kontaktieren.
Eine Investition in Sicherheit und Werterhalt
Die Vorbereitung Ihres Kanalsystems auf Starkregen ist mehr als nur eine technische Maßnahme – sie ist eine Investition in Sicherheit und Werterhalt. Mit einem funktionierenden Entwässerungssystem, regelmäßiger Wartung und den passenden Schutzvorrichtungen können Sie Ihr Zuhause vor teuren Wasserschäden bewahren und gelassen auf das nächste Unwetter blicken.














